Ban Chiang

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Im Nordosten Thailands, ungefähr 50 km von Udon Thani entfernt, liegt eine der historisch bedeutendsten Orte des Landes: Ban Chiang. Für geschichtlich und archäologisch Interessierte ist dieses recht verschlafene Nest ein echtes Paradies, lebte hier doch bereits vor einigen Jahrtausenden ein Bauernvolk. Wann dies genau war, wird unterschiedlich bewertet, auch die Schätzungen von Fachleuten schwanken. Es muss auf jeden Fall zwischen 3500 und 7000 Jahren her sein. Die hoch entwickelte Kultur, die damals an diesem Ort blühte, hinterließ neben unzähligen Knochen eindrückliche Überbleibsel wie Töpferwaren, Waffen und Bronzewerkzeuge. Die Ausgrabungsgegenstände sind zum Teil älter als die zuvor in China und Mesopotamien gefundenen, was unter Historikern und Archäologen für ziemlichen Aufruhr sorgte. Inzwischen wird angenommen, dass der Nordosten Thailands zu den „Wiegen der Zivilisation“ gehört.

Seit den 1960ern wird in Ban Chiang gegraben, 1992 wurde das Dorf zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt. Amerikanische und thailändische Experten schufen am Ortsrand ein kleines, sehr beeindruckendes Nationalmuseum, in welchem man einige Fundstücke besichtigen und dabei vieles über die Menschen von damals erfahren kann. Vor dem Museum gibt es die Möglichkeit, Töpferwaren zu erwerben. In der Nähe des Museum befindet sich die Tempelanlage Wat Pho Soi sowie eine überdachte Originalfundstelle. Dort wurde ein Teil der Ausgrabungsgegenstände belassen und kann direkt dort betrachtet werden.

Für Menschen, die sich für Geschichte, Archäologie und Keramik interessieren, ist Ban Chiang auf jeden Fall den Weg wert. Aber auch Reisende, die einfach ein gemütliches Dorf fernab vom Touristenstrom erleben möchten, werden sich hier wohl fühlen. Es empfiehlt sich eine Tagestour von Udon Thani, mehrmals täglich fahren von dort aus Busse nach Ban Chiang.