
Geschichte
| Jahr | Ereignis |
| um 5000 v. Chr. | Im Nordosten Thailands, in Ban Chiang, siedelt ein Bauernvolk, das bereits Töpferei und Bronzeherstellung beherrscht. |
| 5.-6. Jahrhundert | Das buddhistische Volk der Mon bewohnt das heutige Thailand. Über die Herkunft und Kultur der Mon ist wenig bekannt. Wovon Wissenschaftler heute ausgehen: Sie lebten von Landwirtschaft und Handel und sind, vor allem was Literatur, Technik und Religion betrifft, stark von Indien beeinflusst worden. |
| 7. Jahrhundert | Aus Südchina wandern Thais ein. Gleichzeitig entsteht ein buddhistisches Königreich namens Dvaravati zwischen Zentralthailand und dem heutigen Kambodscha. |
| 11.-12. Jahrhundert | Kambodschanische Khmer beherrschen fast das ganze Land. |
| 13. Jahrhundert | Verschiedene Thai-Gebiete schließen sich zusammen. Die Thai-Prinzen nehmen den Mon Haripunjai (Lamphun) und den Khmer Sukhothai ab. |
| 1238 | Das Königreich Sukhothai wird für unabhängig erklärt. |
| 1238-1350 | König Ramkhamhaeng und seine Nachfahren führen das mächtige Reich an. In dieser Zeit breitet sich der Buddhismus stetig aus, außerdem entsteht in Sukhothai das thailändische Alphabet. |
| 1350 | In Ayutthaya entsteht ein neues Königreich. Dessen gleichnamige Hauptstadt wird im Laufe der nächsten Jahre zu einer der wichtigsten und prächtigsten Städte Asiens. |
| 1512 | Portugiesische Händler erreichen Ayutthaya und richten die erste portugiesische Botschaft ein. Auf die Portugiesen folgen Holländer, Engländer, Dänen und Franzosen. |
| 1767 | Das Königreich Ayutthaya wird von Burmesen erobert und seine Hauptstadt zerstört. Dabei verschwinden alle wichtigen Dokumente und schriftlichen Überlieferungen aus der Zeit davor. |
| 1769 | Der aus China stammende General Taksin krönt sich zum König Siams. |
| 1769-1782 | König Taksin verfällt dem Wahnsinn und malträtiert seine Minister. |
| 1782 | Taksin wird hingerichtet. General Chakri kommt an die Macht und wird zum neuen König gekrönt – sein Titel: Rama I. Er ist damit Begründer der Chakri-Dynastie, die bis heute fortbesteht. Rama I. macht den kleinen Ort Bangkok zur neuen Hauptstadt. |
| 1851-1868 | König Mongkut, Rama IV., führt ein europäisch orientiertes Schulsystem ein und unterzeichnet Handelsabkommen mit den europäischen Mächten. |
| 1868-1910 | König Chulangkorn, Rama V., reformiert das Verwaltungswesen, schafft die Sklaverei ab und sendet junge Thais zur Ausbildung nach Europa. |
| 1914-1918 | Im Ersten Weltkrieg kämpft Thailand auf der Seite der Alliierten. |
| 1932 | Es kommt zu einem unblutigen Staatsstreich. Nach diesem wird die absolute Monarchie abgeschafft und eine konstitutionelle Monarchie nach britischem Vorbild geschaffen. |
| 1939 | Siam wird offiziell in Thailand umbenannt. |
| 1939-1945 | Im Zweiten Weltkrieg wird das Land von Japan besetzt. |
| 1946 | König Bhumibol Adulyadej wird als Rama IX. gekrönt. Er ist bis heute König Thailands und damit der am längsten regierende thailändische Monarch in der Geschichte des Landes. |
| 1960er | Während des Vietnamkriegs erreichen die ersten Soldaten der US-amerikanischen Streitkräfte Thailand, sie erholen sich hier im Rahmen des Rest-and-recreation-Programms. Häufig ist diese Erholung verknüpft mit Besuchen in Bordellen, was die Prostitution extrem ansteigen lässt. Es ist der Beginn des Sextourismus in Thailand. |
| 1973 | Studentenproteste werden von der Militärregierung blutig niedergeschlagen. Diese muss abdanken. |
| 1980-1988 | Prem Tinsulonand ist Premierminister und führt die Koalitionsregierung. Es gibt einen ungeheuren Wirtschaftsboom. |
| 1992 | Heftiger Widerstand gegen die Machtübernahme des Generals Suchinda Krapayoon als Premierminister. Nach lang andauernden Massenprotesten tritt dieser zurück und wird von Chuan Leekpai ersetzt. |
| 1997 | Die als „Asienkrise“ bekannte Finanz-, Währungs- und Wirtschaftskrise Ostasiens erfasst Thailand und beendet die wirtschaftlichen Boomjahre. Zur Schwächung der thailändischen Wirtschaft hatten Missmanagement und Korruption geführt. Ein starker Rückgang der Exporte sowie ein großes Außenhandelsdefizit sind zu verzeichnen. Viele Firmen gehen in dieser Zeit bankrott, die Arbeitslosigkeit steigt stetig. Die Wirtschaft wird innerhalb eines Jahres mit Hilfe des Internationalen Währungsfonds weitestgehend stabilisiert. |
| 1999-2000 | Die Wirtschaft bleibt trotz gegenteiligen Behauptungen der Regierung schwach und in der Bevölkerung regt sich Unmut über die allgegenwärtige Korruption. Sie geht davon aus, dass sie den Anschluss an wohlhabendere Staaten verhindere. |
| 2001 | Der Unternehmer Thaksin Shinawatra wird neuer Premierminister. Er verspricht Wirtschaftsreformen sowie Schuldenmoratorien für die Bauern. |
| 2004 | Der Tsunami im Dezember richtet große Verwüstung an den Küsten an. Über 5.000 Menschen sterben, etwa 2.000 Menschen gelten als vermisst, sind unauffindbar, darunter einige Touristen. Thaksin lehnt Hilfe aus dem Ausland mit der Aussage, Thailand würde den Aufbau selbst finanzieren können, ab. |
| 2002-2004 | Viele Versprechen Thaksins werden zunehmend als Wahlpropaganda wahrgenommen, die Popularität des Premierministers sinkt deutlich. |
| 2005 | Thaksins Partei „Thai Rak Thai“ gewinnt die Neuwahlen, der Premierminister selbst macht sich mit seinen Reformen weiterhin unbeliebt. |
| 2006 | Thaksin reformiert die Wirtschaft und verkauft anschließend seine Firma an ein Unternehmen aus Singapur. Es folgen Massenproteste gegen den Premierminister. Es finden Neuwahlen statt, die jedoch kurz darauf vom Verfassungsgericht für ungültig erklärt werden. Die steigende Spannung resultiert im Juni in einem Militärputsch. Die Armee übernimmt die Regierung, Thaksins Partei wird aufgelöst. Ende des Jahres folgen erneut Neuwahlen und Samak Sundaravej wird neuer Premierminister. Gleichzeitig formieren sich Anhänger des ehemaligen Premierminister Thaksin in der National United Front of Democracy Against Dictatorship. Sie werden auch als „Rothemden“ bezeichnet. |
| 2008 | Es gibt Proteste gegen Samak Sundaravej und seine Partei, der Regierung wird Korruption vorgeworfen. Samak muss zurücktreten. Ende November bis Anfang Dezember wird der Suvarnahbhumi Airport in Bangkok besetzt, für zwei Wochen ist der Flugverkehr komplett lahmgelegt. Der Schaden für Tourismus, Wirtschaft und Image des Landes sind groß. Neuer Premierminister wird Ende des Jahres Abhisit Vejjajiva von der Democrat Party. |
| 2009 | Anfang des Jahres muss das Gipfeltreffen des Verbandes Südostasiatischer Nationen abgebrochen werden, nachdem mehrere hundert „Rothemden“ den Tagungsort gestürmt hatten. Der Notstand wird ausgerufen. |
| 2010 | Die „Rothemden“ belagern für einige Wochen mehrere Straßen und Viertel Bangkoks, was einige Tausend Menschen arbeitslos macht. Bei den Kämpfen zwischen „Rothemden“ und Polizei und Armee gibt es zahlreiche Tote und Verletzte zu beklagen. Thaksin wird als Financier der gesamten Aktion ausgemacht und zum Terroristen erklärt. Einer der Anführer der Protestbewegung, Seh Daeng, wird bei einer Eskalation erschossen, was eine weitere Welle der Gewalt auslöst. Bei Kämpfen zwischen „Rothemden“ und der Armee sterben insgesamt mehrere hundert Männer und Frauen. Ende des Jahres beruhigt sich die Situation wieder. |
